Text und Fotos von Judith Schönborn

 

Als Dagi mich fragte, ob ich für die Homepage einen Artikel über die Bergamasker in der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V.) schreiben wolle, habe ich spontan zugesagt. Später habe ich mich gefragt, ob ich dafür der richtige Autor bin. Schließlich bin ich mit Pina schon lange nur noch passiv am Zuchtgeschehen beteiligt. Andererseits weiß ich gar nicht, ob außer uns überhaupt Bergamaskerbesitzer Mitglied in der GEH sind.

Daher gleich mal ein Aufruf: wer von Euch in der GEH ist, bitte um kurzen Kommentar!!!

Fakt ist: die Anfänge wurden damals von Jutta und mir gemacht.
2012 wurde der Bergamasker auf Antrag von uns in die Rote Liste der GEH in der Rubrik gefährdete Rassen aus anderen Ländern aufgenommen.
Zwei Jahre später nahm ich mit Pina an der Jahreshauptversammlung der GEH teil und stellte unsere geschorene und gebürstete Pina den Teilnehmern vor. Dabei kam ich mit vielen Leuten ins Gespräch, die sich positiv über die von mir gewählte Gestaltungsform des Felles äußerten. Einige von ihnen hatten die Bergamasker wegen ihrer langen Dreads bisher als eher abschreckend empfunden. Mit unserer Vorstellung änderte sich damit das Bild, das bis dahin in der Öffentlichkeit geprägt war. Inzwischen haben sich zum Glück die verschiedensten Formen der Fellpflege durchgesetzt. Da es hierzu bereits einen eigenen Blogbeitrag gibt, möchte ich darauf an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Als der Antrag auf Aufnahme in die Rote Liste gestellt wurde, machte mir die Hundekoordinatorin Christel Simantke klar, dass zu jeder Rasse auch ein Rassebeauftragter gehört, der Mitglied in der GEH sein sollte. Damit nahm meine Geschichte ihren Lauf …
Relativ schnell durfte ich feststellen, dass die GEH kein Zuchtverband ist. Zunächst empfand ich das als irritierend, und ich fragte mich, was dieser Verein bewirken soll, wenn man doch für jede Tierart zusätzlich noch einem eigenen Zuchtverband beitreten muss, um in den entsprechenden Zuchtbüchern geführt zu werden. Doch dann stellte ich fest, dass es möglicherweise ein Segen für die seltenen Rassen ist, das man die Zuchthoheit den entsprechenden Verbänden überlässt. Denn dadurch bleibt die GEH frei von Wettbewerben, Konkurrenzdenken und Neid. Der Weg ist frei für die Arbeit für die Sache: den Erhalt der seltenen Rassen. Viele der GEH Mitglieder sind Biologen, Tierärzte und natürlich auch Landwirte, denen ebenfalls der Erhalt der ursprünglichen Rassen wichtig ist.

Wie kann man sich einsetzen für den Erhalt einer seltenen Rasse?

Zunächst einmal muss sie bekannter werden. Denn züchten allein nützt nichts, wenn niemand die Tiere kennt, und folglich die Käufer für die Jungtiere ausbleiben. Bei den Rindern, Pferden usw. kann man noch sagen: erhalten durch aufessen. Aber spätestens bei den Hunden funktioniert das wohl nicht mehr. Daher ist Werbung das wichtigste Mittel, um die Menschen zu sensibilisieren, nicht nur auf Moderassen zu schauen, sondern den selteneren, aber durchaus auch robusteren, evtl. standortangepassten Rassen eine Chance zu geben.

Und das ist es, was die GEH in meinen Augen für den Bergamasker interessant macht. Ich weiß nicht, wieviele Welpenkäufer inzwischen über die GEH zum Bergamasker kamen. Diese Frage können uns vielleicht die Züchter unter Euch, bzw. die Welpenkäufer beantworten. Dabei meine ich nicht die Leute, die Mitglied in der GEH sind und dabei auf die Idee kamen, sich einen Bergi anzuschaffen. Nein, ich meine die Leute, die auf der Suche nach einer seltenen, ursprünglichen Rasse, den Weg über die GEH Homepage gewählt haben, und dabei auf den Bergamasker aufmerksam wurden. Viele Anrufe erreichten mich in den letzten Jahren, die mir genau diesen Weg beschrieben, und dann von mir mit den Telefonnummern und Homepages unserer Züchter versorgt wurden.
Wir stehen seit vielen Jahren in Sobernheim im Freilichtmuseum zum “Tag der alten Haustierrassen”, inzwischen haben wir nur die Hühner unseres Geflügelzuchtvereins dabei. Aber wir haben einen großen Infopavillon, der hauptsächlich mit Informationsmaterial bestückt ist, mit dem wir in jedem Jahr großzügig von der GEH versorgt werden. So ist unser Stand inzwischen zu einer festen Größe und Anlaufstelle geworden, für die verschiedensten Leute: Menschen, die sich ein paar Hühner anschaffen möchten, genauso wie solche, die sich einen kleinen Hof anschaffen und mit Fleisch und Gemüse selbst versorgen wollen. Viele von ihnen sind auch an einem Hund interessiert, und dann gibt es für sie Infomaterial und die schönen Postkarten der Bergamasker….
Natürlich habe ich auch immer die GEH Zeitungen mit, in denen Tofolo das Titelblatt schmückte, und die Ausgabe, in der von Guinness und Cider und ihrer Arbeit an der Herde berichtet wird…..

Ich wünsche dem Bergamasker noch viele Freunde innerhalb und außerhalb der GEH.

Bitte kommentiert fleißig, und lasst uns wissen, wer von Euch in Kontakt mit der GEH steht.

Vielen Dank und beste Grüße von Judith

die Rassebeauftragte der GEH für Bergamasker Hirtenhunde

http://www.g-e-h.de/

 

Fotogalerie von Harald Patzelt

2 Comments

  1. Wir sind über die GEH-Seite zu Gaia gekommen. Vielen Dank für das Engagement!

  2. Martina Klein-Breunig says:

    Ohne Judith und Pina hätte ich keinen Bergamasker gefunden. Dann kam ein Besuch mit Beratung bei ihr und die Vermittlung der Züchterliste. Ein paar Besuche bei Frank mit Dea und Ayascha, das Kennenlernen unserer Mädel mit Alf und Pepper und das Treffen in Heidelberg und zu guter letzt klein Ennia. Allerdings steht das Kennenlerntreffen mit Judith und Ennia noch aus, da Ennia das Autofahren noch nicht so mag. Ich bin froh und dankbar

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