Blog, Ein Bergamasker als Assistenzhund, Wissenswertes

Ein Assistenzhund-Azubi in der „Coronapause“

Text: Caissa Engelke

Fotos: Caissa und Holger Engelke und Alexander Seitz

Hallo, Ihr Lieben,

ich möchte heute wieder diese Möglichkeit nutzen und ein Update zum Werdegang unserer begonnenen Assistenzhundeausbildung auf den Weg bringen… und vielleicht will die kleine haarige Azubine selbst, dann auch noch ein paar Worte dazu sagen. 😉

Nachdem der Dokumentarfilm über Fidelias Ausbildung, mit dem Titel: „Können Tiere Menschen heilen?“, bereits im November und Dezember 2019 nun mehrfach im TV lief und man ihn sich auch jetzt noch über YouTube ansehen kann, ist es vielleicht spannend, wie es weiter geht:

Wir haben mit unserer Assitenzhundetrainerin, Jutta Schleehauf, zunächst ein paar mögliche Realsituationen selektiert, in denen Hilfestellungen für mich im Bedarfsfall besonders wichtig sind und für die sich Fidelia speziell eignet.  Auf diese wird der Schwerpunkt in der Ausbildung gelegt und deren perfekte Ausführung wird in der Abschlussprüfung dann gefordert. Zum Beispiel soll sie mir Dinge aufheben können, die mir aus den Händen fallen könnten, wenn ich einen Anfall habe. Sie soll mir ein Medizintäschchen bringen, wenn ich es mir in diesem Zustand nicht mehr selber holen kann. Sie soll unterwegs Hilfe holen können, wenn ich z.B. beim Spaziergang nicht mehr weiter komme. Und sie soll mich stabilisieren und führen können, wenn mir schwindlig ist.

Damit sie Letzteres gut auszuführen vermag, war es wichtig zu wissen, wie Fidelias Hüften gebaut sind. Darum ließen wir im März eine Röntgenuntersuchung machen, die ergab, dass sie ganz und gar gesunde Hüften hat, also stark und selbst stabil genug ist, um mich zu unterstützen.

Seit März ruht unsere Ausbildung jedoch … coronabedingt. Darum haben wir die Zeit genutzt, um eine Herzensangelegenheit von uns in Angriff zu nehmen.

Der Bergamasker Hirtenhund ist eine Rasse, die leider ernsthaft vom Aussterben bedroht ist. Wir finden das schon immer sehr schade und sind, nach nunmehr fast 2 Jahren, noch immer begeistert davon, einen „Bergi“ zu haben. Darum wünschen wir uns, ein Stück weit dazu beitragen zu können, dass diese Rasse sich wieder vermehrt. Im Rahmen der o.g. tierärztlichen Untersuchung wurden deshalb auch Fidelias Ellbogen geröntgt und wir ließen eine DOK-Augenuntersuchung machen. Bei allen Ergebnissen schnitt ihr Körperbau ohne Mängel ab.

So wagten wir uns kürzlich an den nächsten Schritt: Wir stellten unser Bergimädchen am 21.06. zur Körung vor. Nach anfänglicher Schreckminute, als das Körungsteam des Klubs sich plötzlich kollektiv Fidelia zuwandte, zeigte sie sich als gefasst und willig, sich körperlich untersuchen und berühren zu lassen. Unser Bergimädchen konnte Traummaße präsentieren und auch den Wesenstest bestand sie mit Bravour. Zum Schluss hielten wir stolz den Körbogen in den Händen, der in allen Teilen Bestnoten für unsere, wie dort steht: „Typvolle, elegante und aufmerksame Junghündin“ bescheinigte. Wir sind darüber sehr erfreut, denn nun steht unserem Wunsch, mit dieser gesunden und typischen Bergihündin einen Wurf zu wagen, nicht mehr viel im Wege.

Der nächste Schritt wird sein, dass wir uns einer eingetragenen Zuchtstätte anschließen, damit die Paarung sowie der Wurf genau geplant werden können und Fidelias Welpen später auch ordentliche Papiere bekommen. Unser Wunschzeittraum für dieses „Projekt“ ist das kommende Kalenderjahr. Schauen wir mal…

Parallel zur Assistenzhundeausbildung (die ja gerade pausiert) „läuft“ Fidelias Vorbereitung auf die Begleithundeprüfung im Herbst. Sie entwickelt sich, trotz Coronapause, im Training sehr gut und hat immer Freude dabei.

Altersbedingt befindet sie sich momentan in der Pubertät und lässt uns dies auch spüren. Sie wird nun selbstbewusster und sehr kontaktfreudig, überschätzt sich manchmal und sammelt ihre Erfahrungen. So stellt sie sich am liebsten allen anderen Hunden vor und fordert sie zum „Spielen“ auf. Dass wir dieses Bestreben nicht immer befürworten können und sie öfter daran hindern müssen, gefällt ihr nicht wirklich und sie lässt das lautstark hören. Darum sind wir dafür zusätzlich noch im Einzeltraining bei unserer Hundetrainerin, Caro Braun, hier vor Ort, um diese Phase gemeinsam zu bewältigen und positiv zu nutzen.

Für uns ist die „Coronapause“ also nicht nur eine Pause, sondern auch eine Zeit des Lernens und des Anlaufnehmens, des Planens und der Vorbereitung auf die Zeit danach. Wir können die, derzeitige krisenbedingte, Kurzarbeit meines Mannes für Dinge verwenden, für die wir sonst schwerlich Raum gefunden hätten – Überlegungen und Unternehmungen, die uns als „Familie mit Bergi“ noch enger zusammenschweißen und gemeinsam Freude machen. Für uns ist diese Zeit eine gewonnene Nische, eine willkommene Möglichkeit, uns auf uns selbst zu besinnen und grundlegende Bedürfnisse zu befriedigen – wie z.B. Ruhe und Entspannung, Kreativität ausleben, Kontakte zu Freunden auffrischen, neue Bekanntschaften schließen. Das geht sogar mit Mundschutz und Abstand ;-).

Wir wünschen euch weiterhin einen schönen Sommer und bleibt gesund!

Alles Gute von Holger und Caissa!

STOPP! Ich, Fidelia wollte ja noch was dazu sagen!

Mal ehrlich: Ich finde es gerade ziemlich ätzend, dass Herrchen und Frauchen meinen, durch Corona mehr Zeit für ihre sogenannte „Erziehung“ von mir zu haben. Normalerweise hatte ICH vor, einen nach dem anderen von den Beiden zu erziehen! Gute Ansätze sind schon vorhanden, denn sie qualifizieren sich immer mehr im Suchen von Hundespielzeug im hohen Gras. Und wenn mir ein Plätzchen beim Spaziergang gut gefällt, kapieren sie immer schneller, dass ich dortbleiben will und machen „Platz“!

In letzter Zeit werden wir besonders häufig von anderen Leuten angesprochen, weil mein Fell mit den lustigen Dreads so außergewöhnlich aussieht. Dann stehe ich immer im Mittelpunkt und alle wollen mich streicheln. Das ist toll! Aber nur bei Erwachsenen und älteren Kindern! Die ganz Kleinen mag ich nicht so… die lassen sich schlecht dressieren.

Ansonsten schwinge ich meinen kleinen Bergipopo gern vor anderen Hunden, dass die Dreads wie ein Fransenröckchen wedeln. Das finden besonders die Rüden süß und die Menschen lachen auch. In meiner Hundeclique bin ich der Superstar, glaube ich … jedenfalls fühle ich mich sehr wohl und komme mit allen prima aus.

Besonders gern bin ich am Wasser und hole Stöckchen raus oder gehe mit Frauchen im Wasser spazieren. Wenn dann noch der eine oder andere Hundekumpel dazukommt, wird Party gemacht! Ich liebe Sand unter den Pfoten und am Bauch! Dann flippe ich vor Freude aus und renne im Kreis herum, bis mir die Zunge seitlich raushängt!

Darum fahren wir in diesem Jahr an die Ostsee. Das wird bestimmt richtig cool, auch weil wir dann mit 4 anderen Hundefamilien in einem großen Haus mit Garten wohnen und sicherlich immer jemand zum Spielen da ist…

Kommt alle gut durch die Hitze, bleibt cool und macht es Euch gemütlich!

Liebe Grüße von Eurer Fidelia!

3 Comments

  1. Gertrud Zabler says:

    Danke für Euren liebevollen Beitrag. Ja, Fidelia ist halt ein typischer Bergi in der Pubertät. Sie brauchen halt 3-4 Jahre bis Sie erwachsen sind. Wünsche Euch weiterhin ganz viel Spaß mit Eurem Wirbelwind.
    Liebe Grüße Gertrud

    1. Caissa Engelke says:

      Danke, liebe Gertrud! Wir lieben unsere Fidelia wie sie ist und sind glücklich mit ihr.

  2. Caissa Engelke says:

    Danke, liebe Gertrud! Wir lieben unsere Fidelia wie sie ist und sind glücklich mit ihr.

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