Ein Bergamasker als Assistenzhund, Wissenswertes

Ein Bergamasker als Assistenzhund 2. Fortsetzung

Text und Fotos Caissa Engelke

„Ein Bergi wird Assistenzhund!“

Liebe Bergifreunde,

heute ein kleines Update zur „Assistenzhundegeschichte“ mit unserem Bergimädchen Fidelia.

Die Kleine ist jetzt fast 8 Monate alt und hat sich gut bei uns eingelebt. Sie hat Freundschaften mit vielen anderen Hunden und Nachbarn geschlossen, ist gesund und fühlt sich sehr wohl. Wir selber genießen besonders ihre zärtliche Art, ihre Fröhlichkeit und ihre Höflichkeit. Sie gehorcht gut und ist sehr aufmerksam. Das Lernen fällt ihr leicht, es macht uns gemeinsam sehr viel Spaß.

In der Welpenschule hat sie zunächst ein wenig Zeit gebraucht, um „aufzutauen“. Jetzt, in der Junghundeschule, ist sie bereits eine derjenigen, die am besten ruhig sitzen und prompt auf Kommando reagieren kann. Manchmal ist sie jedoch noch etwas nervös und lässt sich verunsichern. Ihre Sensibilität, lauten Geräuschen und plötzlichen Bewegungen in der Umgebung gegenüber, versuchen wir mit gezieltem Training zu dämpfen. Besonders in ihren Reaktionen auf direkten Straßenverkehrslärm und – dichte, kann man noch ihre Unsicherheit erkennen. Bei unmittelbarer Anwesenheit von Kleinkindern und bei Kinderspielgeräuschen fühlte sie sich zunächst unwohl. Durch entsprechend gerichteter und geplanter Begegnung, können wir inzwischen eine wesentlich entspanntere Haltung bei unserem jungen Bergi feststellen.

Kurz gesagt: Fidelia lernt aktiv, dass sie auf uns vertrauen und ihr, mit uns zusammen, eigentlich nichts Schlimmes passieren kann. Dieser Prozess wird Bindungsarbeit genannt. Eine gute Bindung ist die Grundlage für eine spätere erfolgreiche Assistenzhundeausbildung und ein glückliches, entspanntes Leben als Assistenzhund. Wir geben unserer Hündin damit die Ruhe und wohlwollende Führung, mit deren Hilfe sie alle geforderten Situationen meistern kann.

Mittlerweile kann man die Erfolge auch als Laie erkennen: Fidelia ist sehr konzentriert auf uns und nimmt in sehr kurzen Abständen immer wieder, von sich aus, Blickkontakt auf. Sie reagiert sofort auf unseren Rückruf und führt die Kommandos aus. Man benötigt keine lauten Rufe, es genügen Handzeichen oder leise Worte. Wir haben auch Rituale, die uns entspannen, die ein wortloses Verstehen und Wohlgefühl für alle zur Folge haben. Das schafft eine Stimmung von Geborgenheit, in der sich alle wiederfinden und die uns verbindet.

Im Februar wurde ich von einer TV-Autorin kontaktiert, die für den SWR arbeitet und gern eine Dokumentation über Assistenzhunde machen möchte. Sie fragte uns, ob sie uns über ein halbes Jahr begleiten dürfe, um die Entwicklung von Fidelia bei der Assistenzhundeausbildung zu filmen. Da wir diese spezielle Ausbildung bis dahin noch gar nicht begonnen hatten, nahm ich, früher als geplant, Kontakt mit unserer Assistenzhundetrainerin auf. Fidelia wurde von unserer Trainerin, Frau Jutta Schleehauf (helfendehunde.de), auf ihre Eignung geprüft und seit Ende März befinden wir uns nun in der Ausbildung zum Assistenzhund.

Anfang April war bereits der erste Drehtag für die Dokumentation. Es war ein sehr anstrengender, aber auch fröhlicher Tag, der uns zwar an unsere Grenzen gebracht, jedoch auch die Besonderheiten und Stärken von Fidelia in gutes Licht gerückt hat. Insgesamt sind, bis November, vier Drehtage geplant, in denen die Fortschritte von unserer „Assistenzhündin in Ausbildung“ sichtbar werden sollen.

Ihr seht also, liebe Bergifreunde, es geht voran. Wir befinden uns auf gutem Wege und freuen uns auf die gemeinsame Entwicklung: Ein Bergamasker Hirtenhund auf dem Wege zum Assistenzhund.
Das Wichtigste jedoch: Fidelia ist und bleibt ein HUND, der auch Hund sein darf und nur, seinem Naturell entsprechend, gehalten und gefördert wird.

Ich werde weiter berichten…

Caissa Engelke

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