über den Welpenkauf, Wissenswertes

Wissenswertes über den Welpenkauf

Text: Gundula Granicki

Du hast dich für einen Bergamasker Hirtenhund entschieden und möchtest einen Welpen kaufen? Wie geht es nun weiter?

Die Nachfrage nach Bergamaskerwelpen ist recht groß und so kann es sein, dass du eine längere Wartezeit für deinen Welpen in Kauf nehmen musst. Das sollte dich auf keinen Fall entmutigen – das Warten lohnt sich!

Am Wichtigsten ist, dass du nichts übereilst. Spontanität ist gerade beim Hund- und Tierkauf allgemein ganz schlecht. Die Suche nach dem geeigneten Züchter kann länger dauern als erwartet, denn der Hundekauf ist wirklich eine sehr persönliche Vertrauenssache. Nutze die Wartezeit, um dich genau über die Rasse und die verschiedenen Züchter zu informieren. Komm zu Treffen und schau dir die Rasse genau an. Hier erhältst du schon jede Menge Informationen.

Züchten heißt nicht, Hunde zu vermehren. Es bedeutet viel mehr eine große Liebe zu einer bestimmten Rasse, welche ein Züchter mit sehr viel Wissen und sorgfältiger Auswahl der Zuchttiere verbessern möchte.

Für jede Hunderasse gibt es einen Rassestandard, der die von Zuchtverbänden definierten und festgeschriebenen, charakteristischen Merkmale einer Rasse, die als Zuchtziel angestrebt werden beschreibt. Der Rassestandard bezieht sich in erster Linie auf den Phänotyp (sichtbaren Eigenschaften/Erscheinungsbild), mittelbar aber auch auf den Genotyp (genetische Zusammensetzung). Ziel des Rassestandards ist es, das Aussehen eines idealen Vertreters der dargestellten Rasse zu beschreiben und zu erhalten.

Der größte, weltweite Dachverband im Hundewesen nennt sich FCI, mit Sitz in Belgien. Diesem sind alle seriösen Hundeclubs zugehörig. In Deutschland ist der nationale Dachverband der VDH. Ihm angeschlossen sind die einzelnen Rassehundeclubs. In diesen wiederum sind dann die eingetragenen Züchter. Das heißt, die Züchter unterwerfen sich den jeweiligen Zuchtordnungen. Die Zuchtordnung regelt alles, was der Züchter beim Züchten zu beachten hat. Sie bestimmt das Alter, ab wann und bis wann Zuchttiere eingesetzt werden dürfen, wie oft und in welchem Zeitraum sie zur Zucht eingesetzt werden dürfen. Nur nachweislich geistig und körperlich gesunde Hunde dürfen in die Zucht. Die Zuchtstätte muss für die Aufzucht junger Hunde geeignet sein. Bevor die Welpen in ihr neues Zuhause einziehen, wird der gesamte Wurf durch den Zuchtwart kontrolliert und abgenommen. Zusammenfassend kann man sagen, die Zuchtordnung regelt nicht nur das Verpaaren zweier Hunde, sondern dient auch dem Schutz der Zuchthunde und der Welpen.


Der Welpenkäufer bekommt für den Hund FCI anerkannte Papiere – also eine Ahnentafel, in der die Abstammung des Hundes zurückverfolgt werden kann.

Der „Gelegenheitszüchter“ ist  kein „richtiger“ Züchter, denn es fehlt am notwendigen Wissen für eine „gute“ Hundezucht. Er hat seine Tiere sehr gerne und meist eine Hündin, die auf irgendeine Weise von einem Rüden gedeckt wird. Die kleinen Welpen werden im Haus mit nebenbei aufgezogen und dann billig (oder auch teuer) verkauft. Die „Gelegenheitszüchter“ scheuen aus verschiedenen Gründen den Anschluss an anerkannte Rasseclubs.

Eventuell haben die Elterntiere selbst keine Papiere und/oder entsprechen nicht dem Rassestandard.

Der „Gelegenheitszüchter“ möchte höchstwahrscheinlich ohne Kontrolle eines Vereines züchten. Die Zuchttauglichkeit der Elterntiere kann hier nicht überprüft werden. Somit können Welpen gezeugt werden, die evtl. kranke Eltern haben bzw. Eltern, die selbst nicht dem Rassestandard entsprechen.


Dein Verantwortungsbewusstsein dem jungen Hund gegenüber sollte also schon bei der Auswahl seiner Elternstube beginnen.

Welpen von einem „Gelegenheitszüchter“  müssen nicht schlechter sein. Um deinem neuen Welpen ein langes und gesundes Leben zu ermöglichen solltest du dich jedoch schon recht gut mit dem Rassestandard oder gesundheitlichen Voraussetzungen für Zuchttiere auskennen und vor Ort kritisch hinterfragen. Gib dich auf keinen Fall mit irgendwelchen Ausreden zufrieden.

Sinn der Zucht ist es, verantwortungsbewusst und mit ausreichendem Fachwissen für die Qualität, den Erhalt und nicht zuletzt die Verbesserung einer Rasse Sorge zu tragen. Dies gelingt mit „Gelegenheitszuchten“ nicht. Dies muss jedem klar sein!

Auf keinen Fall solltest du Welpen kaufen, welche zu einem Spotpreis im Internet wie bei einem „Discounter“ angeboten werden – hier ist auf jeden Fall etwas „faul“ und es könnte hinterher zu großen gesundheitlichen Problemen bei deinem Hund führen. Eventuell sieht dein neuer Bergamasker dann später auch nicht wie ein Bergamasker aus!

Handle nach deinem Bauchgefühl!

Hole dir keinen Welpen aus einer Zucht, bei der du kein gutes Gefühl hast. Auch wenn du nicht genau festmachen kannst, woran das liegt. Ebenso wichtig ist die Chemie zum Züchter, denn mit ihm haben viele Hundebesitzer noch Jahre nach der Vermittlung zu tun.

Wenn du die Tipps berücksichtigst und auf dein Bauchgefühl hörst, findest du sicherlich bald einen seriösen Züchter und du wirst viel Freude mit deinem neuen vierbeinigen Freund haben.

Zugelassene Züchter findest du u.a. auf folgenden Seiten:

Deutschland: https://www.kfuh.de/de/hunderassen/bergamasker/kfuh-bergamasker-zuechter.php

Schweiz: http://bergamaskerklub.ch/zuechter/

Italien: http://www.pastore-bergamasco.net/sezioni_dettaglio.php?idnews=69&idcategoria=13

Den Rassestandard findest du hier:

http://www.fci.be/de/nomenclature/BERGAMASKER-HIRTENHUND-194.html

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